Ein Derby, das alles bot: Tempo, Tore, Emotionen – und am Ende eine gerechte Punkteteilung. Im Nachholspiel der Bayernliga Nord trennte sich der FC Eintracht Bamberg am Dienstagabend vom ATSV Erlangen mit 3:3 (1:1). Vor 220 Zuschauern sahen die Fans eine packende Partie, in der die Domreiter Moral zeigten und sich trotz zweimaligen Rückstands einen Zähler verdienten.
Von Beginn an entwickelte sich auf dem Platz an der Paul-Gossen-Straße ein intensives Duell zweier Teams, die mutig nach vorne spielten, dabei aber immer wieder auch Fehler im Spielaufbau und im Abwehrverhalten produzierten. Die erste gefährliche Szene gehörte den Domreitern, doch wirklich zwingend wurde es zunächst nicht. Stattdessen nutzten die Gastgeber in der 15. Minute ihre erste echte Chance: Nach einem Zuspiel von Florian Markert traf Tanyel Deliboyraz aus kurzer Distanz zur Führung für den ATSV.
Der FC Eintracht ließ sich davon jedoch nicht beirren. Nach einem Eckball in der 24. Minute fiel der verdiente Ausgleich: Paul Kraußold verlängerte die Hereingabe, und Robin Zeitler köpfte am zweiten Pfosten zum 1:1 ein. Danach blieb das Spiel zwar umkämpft, aber von Ungenauigkeiten geprägt – Torchancen blieben bis zur Pause Mangelware.
Turbulente zweite Hälfte
Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, fasste sich Andreas Pfahlmann aus zentraler Position ein Herz und traf zum 2:1 für die Domreiter (47.). Das Tor läutete eine turbulente zweite Halbzeit ein. Denn nur sieben Minuten später stellte der ATSV nach einem Freistoß über Florian Markert wieder auf 2:2.
Erlangen drehte die Partie sogar komplett: Nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite traf Dior Zabergja in der 63. Minute von der Strafraumkante zum 3:2. Doch die Domreiter zeigten Moral. Trainer Jan Gernlein brachte frische Kräfte, und sein Team erhöhte merklich den Druck. Der Ausgleich lag in der Luft – und fiel schließlich in der 81. Minute: Über die rechte Seite kombinierten sich die Gäste stark nach vorne, Luis Schneider brachte den Ball nach innen, der eingewechselte Timm Strasser stand goldrichtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 3:3 über die Linie.
Elfmeterpfiff bleibt aus
In der Schlussphase wurde das Spiel hitziger. Fünf Gelbe Karten in den letzten zwölf Minuten unterstrichen den Derby-Charakter, und als kurz vor dem Abpfiff ein mögliches Foul im Erlanger Strafraum nicht geahndet wurde, kochten die Emotionen bei den Domreitern noch einmal hoch. Am Ende blieb es beim leistungsgerechten Remis.
„Es war ein Spiel mit vielen Fehlern, deswegen sind auch viele Tore gefallen“, analysierte FCE-Trainer Jan Gernlein nach dem Schlusspfiff. „Wir machen hinten solche Fehler, die wir in den letzten Wochen nicht gemacht haben. Die Fehler sind aber auch normal für so eine junge Mannschaft. Deswegen ist auch alles in Ordnung.“
Die Statistik zum Spiel
ATSV Erlangen: Agyekum – Spies, Rizai, Ott, F. Markert, Deliboyraz (90. Vierengel), Ayvaz, Rexhepi, Zabergja (79. Owusu), Stielke, L. Markert
FC Eintracht Bamberg: Willert – Pfahlmann (76. Lange), Kraußold (72. Leistner), Linz, Schmitt (66. Schneider), Reischmann, Nüßlein, Zeitler, Kettler, Zietsch (79. Strasser), Hartwig
Schiedsrichter: David Kern
Tore: 1:0 Deliboyraz (15.), 1:1 Zeitler (24.), 1:2 Pfahlmann (47.), 2:2 F. Markert (54.), 3:2 Zabergja (68.), 3:3 Strasser (81.)
Zuschauer: 220